Grauer Star

Mit fortschreitendem Alter nehmen auch Augenerkrankungen zu. Eine der häufigsten ist der graue Star (auch: Katarakt), der eine völlige Erblindung zur Folge haben kann. Aus der Wortherkunft lassen sich bereits die wichtigsten Symptome ableiten: Katarakt heißt „Wasserfall“ und wurde schon in der Antike deswegen Namensgeber dieser Krankheit, weil Betroffene ihre Umwelt so wahrnehmen, als würden sie selbst hinter einem Wasserfall stehen. Die Sehschärfe nimmt ab und Farben werden schmutzig. Auch Kontraste werden nicht mehr deutlich wahrgenommen und das räumliche Sehen ist eingeschränkt. Zusätzlich können Doppelbilder auftreten, die auch beim Schließen eines der Augen nicht fortgehen, die Blendempfindlichkeit steigt und um Lichtquellen erscheinen Lichthöfe. In der Antike herrschte die Auffassung, dass dies tatsächlich durch im Auge fließendes Wasser verursacht würde. Auch der Begriff „Star“ leitet sich aus diesem Irrtum ab: Star kommt von „Erstarren“ und gründet sich auf der Annahme, dass sich diese Flüssigkeit fest werden würde.


Ursache für die Erkrankung
Grund für die eingeschränkte Sehfähigkeit ist jedoch, dass sich die Strukturproteine (also Eiweiße, die die Form aufrechterhalten) in der Linse verändern und auskristallisieren. Dies führt dazu, dass sich die Linse trübt. Trifft nun Licht auf die Linse, kann es nicht wie bei einem gesunden Menschen ungehindert zur Netzhaut vordringen, sondern wird gestreut oder reflektiert. Deswegen können keine klaren Bilder mehr entstehen. Völlig unrecht hatten die antiken Gelehrten jedoch nicht: An der Veränderung ist auch die Linsenflüssigkeit beteiligt, die im Alter zunimmt und sich in ihrer Zusammensetzung verändert. Deswegen findet sich der graue Star auch am häufigsten bei Menschen, die älter als sechzig Jahre sind. Selten sind jedoch auch Kinder und Jugendliche betroffen, allerdings ist der graue Star dann im Regelfall die Folge einer vorangegangenen Krankheit wie Röteln oder Diabetes. Warum genau manche Menschen an Katarakt erkranken, ist nicht geklärt. UV-Licht, Infrarotstrahlungen, Drogen, Diabetes und Mangelernährung gelten jedoch als die wichtigsten Risikofaktoren.


Therapie des grauen Stars
Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit, die Krankheit medikamentös zu behandeln. Die einzige Heilungsmethode ist eine Operation. Allerdings gilt dies inzwischen mit mehr als einer halben Million durchgeführter Eingriffe jährlich als Routinebehandlung und kann sogar ambulant durchgeführt werden. Wann und ob überhaupt operiert wird, ist dabei die Entscheidung des Patienten, da der graue Star weder Schmerzen bereitet noch Folgeerkrankungen nach sich zieht. Bei der Operation entfernt der Chirurg die eingetrübte Linse und ersetzt sie durch ein künstliche. Der Schnitt ist in den meisten Fällen sehr klein, da die neue Linse faltbar ist und erst im Auge ausgebreitet wird. Meistens ist der Seheindruck schon am Tag nach der Operation besser als davor. Die vollständige Heilung dauert normalerweise nicht länger als acht Wochen.



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