FAQ Down-Syndrom und Sexualität

Lange Zeit wurde angenommen, dass das Down-Syndrom eine ewige Kindheit auslöst und somit sexuelle Gefühle nicht auftreten. Dies ist inzwischen widerlegt. Eltern, Lehrer, Ärzte und Neugierige stehen deswegen häufig vor folgenden Fragen:


1. Wann kommen Kinder mit Down-Syndrom in die Pubertät?
Zum gleichen Zeitpunkt wie ihre Altersgenossen. Problematisch kann dies werden, wenn sie in Reife, emotionaler Kontrolle, sozialer Kommunikation, abstraktem Denken und Problemlösungsfähigkeiten noch etwas hinterher hängen.

2. Wie sollten Kinder mit Down Syndrom aufgeklärt werden?
Damit die Aufklärung effektiv stattfindet, ist es hilfreich, sie individualisiert und verständlich zu formulieren. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf die physischen Aspekte gelegt werden, sondern vor allem auch Entscheidungsfindung, kulturelle Normen, sozialer Druck, Beziehungen, soziale Fähigkeiten und Möglichkeiten behandelt werden.
Nach der Aufklärung sollten die Kinder ihren Körper und ihre Emotionen verstanden haben und einen tieferen Einblick in ihr Verhalten und ihre Beziehung zu ihrer sozialen und kulturellen Umgebung haben. Dabei sollte der Geschlechtsakt genauso wenig ausgespart werden wie die Folgen. Vor allem Elternschaft sollte realistisch geschildert werden und das Verantwortungsbewusstsein gestärkt werden.
Kinder mit Down Syndrom müssen also eigentlich nicht anders aufgeklärt werden.

3. Müssen Menschen mit Down Syndrom verhüten?
Verhütung schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten und darf alleine deswegen nicht vernachlässigt werden. Rund die Hälfte aller Frauen mit Down Syndrom sind fruchtbar. Bei den Männern ist die Datenlage relativ dünn. Es scheint jedoch so zu sein, dass Männer mit Down Syndrom fruchtbar sein können, auch wenn ihre Zeugungskraft abgeschwächt ist. Welche Verhütungsmethoden in Frage kommen, sollte allerdings immer mit einem Facharzt abgesprochen werden.

4. Wie können Menschen mit Down Syndrom vor sexuellem Missbrauch geschützt werden?
Besonders wichtig ist eine altersgerechte Thematisierung dieses Problems schon in der Kindheit. Sie sollte zudem regelmäßig wiederholt werden. Dabei sollten vor allem die Grenzen von normaler Interaktion behandelt werden. Wichtig ist außerdem, dem Kind zu sagen und zu zeigen, auf welche Arten sie im Ernstfall Hilfe bekommen können oder sich selbst verteidigen können.

5. Bekommen Frauen mit Down Syndrom Kinder mit Down Syndrom?
Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 35-50 %.



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