Warum ist man nach dem Essen müde?

Viele kennen das Tief nach dem Mittagessen. Doch woran liegt es eigentlich, dass die Leistungsfähigkeit abnimmt?

Sauerstoff für den Magen

Der Magen-Darm-Trakt braucht für das Verdauen Sauerstoff und wird deswegen nach dem Essen besser durchblutet. Deswegen steht anderen Organen zeitweise weniger zur Verfügung. Davon ist auch das Gehirn betroffen. Dies ist zwar nicht schädlich, äußert sich jedoch durch Müdigkeit und körperlichem Leistungsabfall, was sich auch beim Sport bemerkbar machen kann.

Blutzucker sinkt ab

Es scheint paradox, aber nach der Mahlzeit sinkt der Blutzucker schnell ab. Das liegt daran, dass gerade nach kohlenhydratreichem Essen der Blutzuckerspiegel erst einmal stark ansteigt. Um dies wieder auszugleichen, schüttet der Körper über die Bauchspeicheldrüse Insulin aus und der Blutzuckerspiegel fällt wieder ab. Deswegen haben viele Menschen nach dem Essen auch das Bedürfnis nach etwas Süßem. Diese relative Unterzuckerung sorgt dann dafür, dass dem Gehirn der Zucker (und somit die Energie) fehlt, effektiv zu arbeiten.

Entspannende Wirkung von Serotonin

Auch das Glückshormon Serotonin spielt bei der Müdigkeit nach dem Essen eine Rolle. Es sorgt nämlich nicht nur für gute Laune, sondern entspannt auch, was zu einer gewissen Schläfrigkeit führen kann. Auch dieser Effekt wird vor allem von kohlenhydratreichen Mahlzeiten verstärkt: Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Bestimmte Proteine verhindern, dass Serotonin in großen Mengen ins Gehirn gelangt. Kohlenhydratreiche Kost führt dazu, dass diese Proteine schneller abgebaut werden und so mehr Tryptophan ins Gehirn gelangen kann. Gleiches ist der Fall bei besonders tryptophanreichen Lebensmitteln wie Sojaprodukten oder Schweinefleisch.

Was kann man gegen Müdigkeit nach dem Essen tun?

Ein Verdauungsspaziergang bringt den Kreislauf auf Trab und sorgt für eine gleichmäßige Durchblutung. Auch ein kurzes Nickerchen mit einer maximalen Dauer von 15 Minuten oder eine Tasse Kaffee können helfen. Allerdings entspannt auch Kaffee in der ersten halben Stunde, wer also einen schnellen Effekt benötigt, sollte darauf eher verzichten.



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