Bitterklee

Bitterklee, Fieberklee. Das Kraut dieser, von Linné Menyanthes trifoliata benannten, in Sümpfen wild wachsenden Pflanze (Herba Trifolii fibrini) ist als ein rein bitteres, magenstärkendes und kalte Fieber heilendes Hausmittel allenthalben unter dem Volk bekannt. Der wirksame Bestandteil ist ein bitterer Extraktivstoff: Fieberkleebitter. Von dem, auf der Apotheke vorrätigen Extrakt (Extraktum Trifolii fibrini) gibt man täglich gegen kaltes Fieber zwei bis fünf Quentchen in Zimmtwasser; als magenstärkendes Mittel dient für Hypochonder und Hysterische Folgendes:

Nimm: Fieberklee, Wermut, Kalmus, von jedem zwei Lot, Fenchelsamen ein halb Lot, gieße darauf zwei Flaschen guten alten Madeirawein, lass es 24 Stunden in der Sonne oder Ofenwärme digerieren, seihe es alsdann durch ein feines Teesieb und nimm davon Morgens nach dem Frühstück und Abends vor dem Essen ein halbes bis ein Weinglas voll.

Gegen Wechselfieber gebraucht das Landvolk in Westphalen und Hannover zwei bis drei Esslöffel voll frisch ausgepressten Saft des Bitterklees und Wermuts, welcher mit etwas Branntwein oder Wein kurz vor dem Fieberanfall eingenommen wird und häufig schon bei der ersten Anwendung das Fieber vertreibt. Übrigens ist der Gebrauch des Bitterklees, sowie aller andern Amara, weil sie sich an die Narcotica reihen, für Gesunde, besonders für vollsaftige Personen, schädlich.
 



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