Birkensaft

Birkensaft ist seit alters als beliebtes Blutreinigungsmittel bekannt. Infolge seiner anregenden Wirkung auf Schweißdrüsen- und Nierentätigkeit wurde der Saft sehr früh in den Arzneischatz aufgenommen; die Äbtissin Hildegard von Bingen erwähnt ihn bereits in ihren Schriften aus dem 12. Jahrhundert.

Wenn im Frühjahr der Saft in den jungen Birken steigt, gewinnt man durch Einschnitte in die Rinde den freiwillig ablaufenden Birkensaft, der in dieser Zeit besonders kräftig ist. Er enthält neben Frucht- und Traubenzucker saure und neutrale Saponine. Dem Kalksalz des sauren Saponins wird die harntreibende Wirkung zugeschrieben, die bemerkenswerterweise ohne Reizung der Nieren erfolgt. Aus diesem Grunde findet der Saft Anwendung bei Nieren- und Blasenleiden, bei Katarrhen der Blase und des Nierenbeckens; auch bei Blasen- und Nierenschmerzen, sowie bei Darmverhaltung kann er vorteilhafte Anwendung finden.

Da die Wirkung auf die Nieren einerseits mit einer Verminderung der Eiweißausscheidung im Harn und andererseits mit einer vermehrten Ausfuhr von Harnsäure verbunden sind, so fallen auch Krankheiten der harnsauren Blutentmischung wie Gicht und ähnliche unter die Heilanzeigen. Bei Neigung zu Gicht und Rheumatismus und auch bei Neigung zu Steinbildung in Nieren und Blase ist Birkensaft von günstiger Wirkung. Natürlich darf dabei nicht alles vom Birkensaft allein verlangt werden. Erfolgt nicht gleichzeitig auch eine Umstellung der Ernähungsweise, so kann nur mit einem vorübergehenden Erfolg gerechnet werden. Ein Organismus, dessen Harnsäurestoffwechsel gestört ist, darf nicht mit harnsäurebildender Nahrung weiter überschwemmt werden. Wie sehr auch Schlachtbraten, Schnitzel und Metzelsuppen beliebt sind, in diesem Fall muss weitgehend darauf verzichtet werden zu Gunsten von möglichst viel Gemüse und Obst. Nähere Auskunft über eine bei Anwendung von Pflanzensäften vorteilhafte Diät und entsprechende Kochrezepte erteilt das Reformhaus.



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