Warum Sucht so schwer zu überwinden ist - Teil 1

In Deutschland gibt es Millionen Süchtige und jeder vierte Erwachsene hat bereits illegale Drogen ausprobiert. Dennoch wird nicht jeder süchtig und manche kommen nie wieder von den Drogen weg. Woran liegt das?


Dummes schlaues Gehirn

Sucht findet in unserem Gehirn statt. Dafür sind verschiedene Mechanismen notwendig. Die Grundlage für die Entwicklung einer Sucht hilft uns sonst: Dadurch, dass wir ständig lernen, sich neue Verknüpfungen im Gehirn bilden, kann auch Sucht entstehen. Vereinfacht gesagt lernen wir dabei, dass Drogen gute Laune machen. Tatsächlich geschieht dies über die Ausschüttung von Hormonen wie Serotonin oder Dopamin. Dadurch wird auch unser Belohnungszentrum aktiviert. Drogenkonsum fühlt sich so an, als hätten wir etwas Gutes gemacht und würden mit dem Glücksgefühl belohnt werden.

 

Fieses gutes Dopamin

Nun ist es so, dass bei Drogenkonsum sehr viel Dopamin ausgeschüttet wird, nämlich rund 200-mal so viel wie normalerweise, was dafür sorgt, dass wir die Droge als Auslöser extrem positiv wahrnehmen. Das Dopamin dockt an Rezeptoren an und die Nervenzellen übertragen dann dieses Signal. Den Nervenzellen wird dies jedoch irgendwann zu viel: Es baut Rezeptoren ab oder macht sich funktionsuntüchtig. Das bewirkt zwei Ergebnisse: Zum einen benötigen Süchtige mengenmäßig mehr Drogen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Zum anderen reicht nüchtern die normale Menge Dopamin nicht mehr aus, damit sie sich wohlfühlen. Das Belohnungszentrum ist dann im Prinzip unterversorgt und hat gelernt, dass Drogen diese Belohnung darstellen können.

 

Fieses erregendes Glutamat

Verkompliziert wird dies durch andere Botenstoffe, wie beispielsweise Glutamat, das vor allem Alkohol- und Kokainabhängigen das Leben schwer macht. Es wirkt auf den Körper erregend. Ist Alkohol im Blut vorhanden, dockt jedoch dieser an die Glutamat-Rezeptoren an. Das ist einer der Gründe dafür, warum Alkohol entspannt.

Selbst wenn das Gehirn eine Erregung durch vermehrte Glutamat-Ausschüttung bewirkt, können die Nervenzellen das Signal nur gering weiterleiten, solange noch Alkohol vorhanden ist. Das Gehirn bemerkt diesen Effekt und produziert daraufhin erst recht viel Glutamat um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Wenn der Alkohol jetzt abgebaut ist, ist haufenweise Glutamat vorhanden und die Rezeptoren wieder frei.

Die Folge ist, dass vor allem Abhängige sich ohne Alkohol oder Kokain unruhig fühlen und gereizt sind. Das Gehirn hat jedoch während des Rausches gelernt, dass es unheimlich entspannend ist, Alkohol zu trinken. Deswegen scheint der Griff zur Flasche als richtige Lösung. Und es wird noch fieser: Normalerweise verhindert das Gehirn die Ausschüttung von zu viel Glutamat. Bei regelmäßigem Alkoholmissbrauch wird dieser Mechanismus jedoch zerstört. Der Effekt davon ist eine ungeregelt hohe Glutamatausschüttung, die dazu führt, dass Menschen auf Entzug gereizt sind, zittern oder sogar Krämpfe bekommen.



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