Geplante Facharztregelung sinnlos?

Die Große Koalition plant, eine Termingarantie für gesetzliche Krankenversicherte für die Behandlung von Fachärzten innerhalb von vier Wochen einzuführen. Die kassenärztlichen Vereinigungen sollen dafür eine „Termin-Servicestelle“ einrichten. Erhält der Patient in dieser Zeit keinen Termin, soll er das Recht haben, die Untersuchung oder Behandlung ambulant im Krankenhaus durchführen zu lassen.

Dieses Vorhaben stieß auf Kritik durch die Ärzteschaft, die vom Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vertreten wird. Er sieht in der geplanten Regelung keine Verbesserung und bemängelt die Umsetzbarkeit. Dass in Krankenhäusern die entsprechenden Fachärzte vorhanden sein, sei zum einen nicht garantiert, zum anderen ist auch hier ein Zeitproblem wahrscheinlich. Er schlägt hingegen vor, eine Art „Expressüberweisung“ einzuführen. Patienten mit dringenden Problemen könnten dann vom Hausarzt zu einem Facharzt überwiesen werden und schneller Termine erhalten. Auf diese Weise könnten Fachärzte Patienten weiterhin nach medizinischer Dringlichkeit behandeln und nicht nach einer bürokratischen Frist.

Der Grund für die teils sehr langen Wartezeiten ist die Unterversorgung mit Fachärzten in bestimmten Regionen. Wie eine garantierte Frist dieses Problem lösen soll, erschließt sich wohl auch nur der Großen Koalition. Insgesamt fehlen in Deutschland 2.000 Facharztpraxen um die Grundversorgung zu gewährleisten, davon machen Praxen für Psychotherapie rund 1.250 aus. Auch 2.600 Hausärzte fehlen vor allem in ländlichen Gebieten. Bis 2021 wird jeder zweite Haus- und Facharzt in den Ruhestand gehen. Auch hierfür hat die CDU ein niedliches Lösungskonzept: In der Welt sagte Patientenbeauftragter Laumann „Die Universitäten dürfen nicht nur auf Einser-Abiturienten setzen, sondern auch auf andere Abiturienten, die sich für den Hausarztberuf begeistern können“. Zwar ist es eine beachtliche Leistung, mit Hauptschulabschluss Spitzenpolitiker zu werden, allerdings könnte das einer der Gründe sein, warum er nicht erkennt, dass Universitäten relativ wenig Einfluss darauf haben, dass Medizinstudenten entweder einen Einser-Schnitt oder mehrere Jahre Wartesemester angehäuft haben, weil die begrenzte Platzwahl eine Selektion erforderlich macht. Was Laumann eigentlich vorschlägt, sind mehr Studienplätze für Medizin und verantwortlich dafür, dass sie geschaffen werden, ist die Bildungspolitik, nicht die Universitäten, die ohnehin nicht wissen, wie sie die doppelten Abiturjahrgänge auffangen sollen.



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